Die Rote Vogelmilbe kennt wohl jeder Hühnerhalter. An warem Tagen vermehren sich diese, etwa einen Millimeter großen Tierchen, schnell explosionsartig. Die rote Färbung haben die Milben nur dann, wenn sie sich mit Hühnerblut voll gesaugt haben, ansonsten sind sie grau. Tagsüber verstecken sie sich in Ritzen und Nischen des Hühnerstalls. Nachts fallen sieüber die Hühner her. Im Extremfall kann übermäßiger Milbenbefall auch zum Tod der Hühner führen. Leider gibt es keine Allgemeine gültige Rezepte über deren Bekämpfung. Ganz wird man die Vogelmilbe wohl nicht los, jedoch sollte man den Befall auf ein erträgliches Maß eindämmen. Meiner Meinung nach ist die kombination der verschiedenen Möglichkeiten sinnvoll. So bestimme ich jede Woche auf neue die Wahl der Waffen.
 
Nachfogend einige Tipps, bitte teilt mir Eure Vorschläge und Erfahrungen zur Bekämpfung dieser Plage mit.
 
Tipp 1
Abflämmen
 
Bei einem starken Befall der Plagegeister wird die gesamte Einstreu entfernt und wenn möglich verbrannt. Stallwände und  Einrichtungsgegenstände z.B. Sitzstangen und Nester werden mit Vorsicht abgeflämmt. Hierfür eignet sich ein einfacher Bunsenbrenner sehr gut. Wenn möglich den Vorgang mehrmals  in den nächsten Tagen wiederholen, Vorsicht: je nach Einstreu besteht eine erhöhte Brandgefahr.
 
Tipp 2
Kalken
 
Wände und Decke mit Kalk streichen. Löschkalk ist in fast jedem Baumarkt erhältlich. Der Kalk wird mit Wasser  angerührt und in Schichten auf die Flächen aufgetragen. Ritzen und Spalten müssen richtig zugekleistert werden. Achtung: Auf Schutzkleidung ist unbedingt zu achten! Nicht ohne Schutzbrille und Handschuhe den Kalkanstrich aufbringen.
 
 
Tipp 3
Chemie
 
Von toxischen Präparaten ist abzuraten. Die Insektizide können sich im Fleisch und den Eiern ablagern. Außerdem bauen die Milben im Laufe der Zeit eine Immunitäten gegen die verschiedenen Substanzen auf, so dass die Präparate in ihrer Wirkung stark gehemmt werden.
 
Tipp 4
Stall fugen
 
Verstecke für die Vogelmilben reduzieren. Alle beim bau des Hühnerstalles auf Fugen und Ritzen verzichten oder diese mit Acryl abdichten.Bei einem starken Befall kann man so die bevorzugten Aufenthaltsorte besser bestimmen und bekämpfen.
 
Tipp 5
Öl
 
Die Sitzstangen werden mit Speiseöl bestrichen. Die Halterungen der Sitzstangen können  in kleinen mit Öl gefüllten Wannen stehen. Diese Barriere können die Parasiten nicht überwinden.  Jedes Speiseöl kann hierfür verwendet werden, auch Waffenöl (z.B. Balistol) eignet sich, ist aber teurer.
 
Tipp 6
Kieselgur
 
Kieselgur soll absolut ungiftig für Mensch und Tier sein. Es ist ein natürlich vorkommender, versteinerter Mineralstaub. Kieselgur hat eine stark schmirgelnde Wirkung, was dazu führt, dass der Panzer der Milben zerstört wird. Wichtig: Nur Kieselgur mit den scharfen Kanten verwenden und auch nur dünn auftragen.
Das Mittel kann mit Stäubeflaschen oder mit Handstäubern ausgebracht werden. Stallwände, Sitzstangen, Kotbretter und Legenester sollten mit einer möglichst gleichmäßigen, dünnen Staubschicht überzogen werden.
 
Tipp 7
Anwendung am Tier
 
Die Tiere selbst werden mit einem ungiftigen Präparat  (z.B. Verminex) behandelt. Ein Einstäuben der Vögel mit Kieselgur ist auch möglich jedoch sollte der Staub nicht eingeatmet werden.